10./11. Oktober 2013

Literanauten auf der Frankfurter Buchmesse

Gleich zwei Leseclubs besuchten mit ihren Bündnispartnern die Frankfurter Buchmesse: der SAS Lesezeichenclub zusammen mit Schülerinnen der Friedrich Stoltze Schule sowie der Leseclub "Do it - read a book!" gemeinsam mit Jugendlichen des JUCA. 

Am Donnerstag den 10. Oktober 2013 trafen insgesamt 15 Mädchen des SAS Lesezeichen Club und eine freiwillige Gruppe von Schülerinnen der Friedrich Stolze Schule aufeinander, um gemeinsam als „Literanauten“ die Frankfurter Buchmesse zu erkunden. Während die Buchexpertinnen des Leseclubs bereits Profis in Sachen Buchmesse sind, war der Besuch für die Hauptschülerinnen ein neues Erlebnis. Aber der Leseclub hatte sie in einem vorangegangenen Treffen bereits sein Wissen mit den Schülerinnen geteilt und der Arbeitskreis für Jugendliteratur hatte für sie ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.
Zunächst traf sich die gemischte Truppe am Haupteingang der Messe und wurde von Robin Schmerer, Institut für Jugendbuchforschung, mit einigen wichtigen Informationen versorgt. Mit welchen Dimensionen haben wir es auf der Frankfurter Buchmesse zu tun? Wie viele Aussteller sind da? Seit wann gibt es die Messe überhaupt und warum ist sie so wichtig für den Buchhandel und für Frankfurt? Diese Fragen wurden geklärt, bevor Frau Preugschat die „Literanauten“ am Stand der Fischer Verlage begrüßte.
 
 
Als Lektorin im Bereich Kinder- und Jugendbuch hatte sie viel zu erzählen und verschaffte den interessierten Mädchen einen Einblick in ihren Berufsalltag. Kann man mit Lesen Geld verdienen? Was macht eigentlich eine Lektorin und wie kommt man zu diesem Beruf? Nachdem die Literanauten noch schnell das aktuelle Fischer Jugendbuch-Programm inspizierten, ging es weiter zum Stand von cbj. Dort wartete bereits Frau Grubert, die Leiterin der Presseabteilung, auf die Schülerinnen. Auch Sie erläuterte ihr Berufsfeld und schilderte welche Wege ihr Verlag geht, um neue Leser und Leserinnen zu gewinnen. Als Überraschung hatte Frau Grubert zudem für jedes der Mädchen ein Buch dabei. Bei Egmont Manga & Anime stand der Redakteur Christopher Willmann den Mädchen Rede und Antwort. Wie kommt eigentlich ein Manga von Japan nach Deutschland? Warum liest man ihn von rechts nach links und warum ist ein Manga schwarz-weiß?
Am Stand des Arbeitskreises konnten sich die „Literanauten“ noch über die Nominierungen für den Deutschen Jugendliteraturpreis informieren und machten sich nach einer Menge Input mit ihren drei Begleitpersonen auf, um die Buchmesse nun noch auf eigene Faust zu erkunden. Auf der Rückfahrt merkte man, dass das gemeinsame Erlebnis gemeinschaftsfördern auf die beiden Mädchengruppen gewirkt hat. Rege tauschten sie sich über ihre Erlebnisse auf der Buchmesse aus und planten bereits das nächste gemeinsame Projekt. Am meisten Eindruck hatte scheinbar der Besuch bei Egmont, Manga & Anime hinterlassen: Die Mädchen möchten unter professioneller Anleitung lernen, wie man eigene Mangas entwickelt.
 
Um die Dimensionen der Bücherwelt aufzuzeigen, den Blick über den Tellerrand zu ermöglichen, beschlossen die Wermelskirchener Literanauten, als dritte Maßnahme ihres Bündnisses auf die Buchmesse zu fahren. Am 11. Oktober 2013 reisten 31 Jugendliche zusammen mit sieben ehrenamtlichen Betreuern nach Frankfurt. Sie trafen auf stapelweise Bücher und Menschen, die vom Bücherschreiben, -illustrieren, -verlegen und -vermarkten leben, die Bücher lieben und schätzen und aus ihrem Leben nicht wegdenken können. Auch E-Books und Apps gehören mittlerweile dazu. In Kleingruppen, bestehend aus Buchexperten und Neulingen, erkundeten die Jugendlichen gemeinsam die Messehallen. Auf dem Programm standen wahlweise verschiedene Autorenbegegnungen mit Kirsten Boie, Stephan Knösel, Mirjam Pressler, Ursula Poznanski oder Joss Stirling, Verlagsbesuche und zum krönenden Abschluss die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises. Ohne eine organisatorische und finanzielle Unterstützung hätten sich diese Bücherhallen für die meisten Jugendlichen nie eröffnet. Aber es ist eine Welt, die zu kennen sich lohnt. Dies haben einige JUCA-Gänger und Schüler der Hauptschule nun auch für sich entdeckt, der Leseclub hat durch die zurückliegenden Veranstaltungen bereits erste neue Mitglieder gewonnen.

 


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