19. Juni 2014, 17 Uhr

Denk nicht wir bleiben hier

Lesung mit Anja Tuckermann
im Rahmen der Ausstellung "Erinnern macht stark für das Heute"


Am 19. Juni 2014 las Anja Tuckermann in der Stadtbibliothek Spandau aus ihren Büchern "Denk nicht wir bleiben hier" und "Muscha".

"Denk nicht wir bleiben hier" (Hanser Verlag) erzählt die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner. 1943 wird der neunjährige Hugo mit seinen Eltern, Großeltern, Geschwistern und vielen Verwandten deportiert. Er weiß nicht, wohin die Reise geht. Sie endet im »Zigeuner-Lager« in Auschwitz-Birkenau. Zwei Jahre verbringt Hugo in Lagern. Dr. Mengele quält ihn und einen seiner Brüder mit brutalen medizinischen Experimenten, und er erlebt den Aufstand der Sinti und Roma, als die SS das »Zigeuner-Lager« auflösen will. Über Ravensbrück und Mauthausen kommt er nach Bergen-Belsen. Dort wird er im April 1945 befreit. Von all dem vermag erst der über Sechzigjährige zu sprechen. In langen Gesprächen mit der Autorin des Buches kamen Stück für Stück lang verschüttete Erinnerungen zurück. Auch in dem Kinderbuch Muscha (Ravensburger Verlag) erzählt Anja Tuckermann die Geschichte eines Sinti-Kindes zur Zeit des Dritten Reichs.

Die Lesung wurde von den Literanauten vorbereitet und moderiert und wurde für Jugendliche wie Erwachsene als offene Veranstaltung durchgeführt. Im Anschluss ergaben sich insbesondere interessante Begegnungen zwischen den Jugendlichen und den älteren Besuchern. Die Lesung war Teil des Ausstellungsprojekts "Erinnern macht stark für das Heute. Von Spandau nach Auschwitz".


nach oben