April bis November 2014

Kleineschwestersuppe

Für das Projekt "Kleineschwestersuppe" kooperierte der cg-Leseclub des Clavius Gymnasiums Bamberg mit der Von-Lerchenfeld-Schule, einem Förderzentrum mit dem Schwerpunkt Hören. Gemeinsam mit hörgeschädigten bzw. gehörlosen Jugendlichen wollten die Leseclubmitglieder eine Geschichte filmisch umsetzen. Mit Worten und mit Gebärden, um so jeder Lesart und Kommunikationsweise gerecht zu werden. Für alle Beteiligten wurde dies zu einem spannenden, vielseitigen Projekt, das neue Begegnungen, Erfahrungen und einen Zuwachs an Kompetenzen ermöglichte. 

Während der Brainstormingphase hatten die lesebegeisterten Jugendlichen des cg-Leseclubs noch einen Roman vor Augen, doch merkten sie schnell, dass im Rahmen dieses Projekts allein die Bearbeitung einer Kurzgeschichte von fünf DIN A 4-Seiten sie mehrere Wochen in Anspruch nehmen würde. Diese Kurzgeschichte musste erst einmal gefunden werden. Hier gilt ein besonderer Dank dem Autor Finn-Ole Heinrich, der dem cg-Leseclub seine Erzählung "Kleineschwestersuppe" zur freien Verfügung überließ und sich mit großem Interesse an dem Vorhaben beteiligte.

Nach einem ersten Kennenlernen und einer Projektvorstellung entschieden sich rund zwölf Schüler der Von-Lerchenfeld-Schule für eine Teilnahme, vom Leseclub waren ebenso viele Mitglieder dabei. Wie viele Gehörlose oder Hörgeschädigte haben auch die Schülerinnen und Schüler der Von-Lerchenfeld-Schule Schwierigkeiten mit dem Erfassen von Texten, da Sprache und deren Verschriftlichung stark von der Hörwahrnehmung bestimmt wird. Zunächst formulierten die Leseclubmitglieder eine neue, vereinfachte Version der Geschichte "Kleineschwestersuppe". Von einer Native-Speakerin wurde diese Version sodann in Gebärdensprache übersetzt. In verschiedenen Sitzungen trainierten die Schüler der Von-Lerchenfeld-Schule einzelne Abschnitte der Geschichte und nahmen diese mit einer Kamera vor einem Bluescreen auf. Um die fertige Gebärdenversion für Hörende wiederum verstehbar zu machen, sollte der Film mit Untertiteln und gesprochenem Text versehen werden. Diese Aufgabe wurde von den Leseclubmitgliedern übernommen, sodass jeder Gebärdende durch ein Leseclubmitglied im Film eine eigene Stimme erhielt.

Um einen Eindruck in das Projekt zu bekommen, braucht es nicht nur Worte sondern auch Bilder - oder am besten gleich den ganzen Film! Dieser sowie ein Making-Of der Aktion wurde bei der öffentlichen Projektpräsentation am 10. November 2014 vor 150 Zuschauern im Odeon Kino in Bamberg gezeigt. Alle Beteiligten, Projektverantwortlichen, Dolmetscher sowie Finn-Ole Heinrich waren zur Abschlussveranstaltung anwesend und wurden auf der Bühne zu dem Projekt interviewt. Selbstverständlich wurde die gesamte Veranstaltung in Gebärdensprache übersetzt.

 


nach oben