2. und 10. Juni 2016

Hallo Welt! Ich, du, wir, ihr - die dort!

Ein Zusammenspiel von Theater und Jugendliteratur

Ich dachte, dass ich das alles ohne Tschick nie erlebt hätte in diesem Sommer und dass es ein toller Sommer gewesen war, der beste Sommer von allen, und an all das dachte ich, während wir da die Luft anhielten und durch das silberne Schillern und die Blasen hindurch nach oben guckten [...] - und ich freute mich wahnsinnig. Weil man kann zwar nicht ewig die Luft anhalten. Aber doch ziemlich lange.

Wolfgang Herrndorf, Tschick (Rowohlt Berlin Verlag)

Der Jugendschauspielkurs der Popelbühne hat im Laufe seines Bestehens schon verschiedene Stücke auf die Bühne gebracht. In diesem neuen Projekt legte die Leiterin Susanne Heubaum einen Schwerpunkt auf die Partizipation der Jugendlichen; sie wurden stärker als bisher in die Organsiation und Durchführung eingebunden und wurden zu Peers für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule an der Marie, die sich an dem freiwilligen Theaterprojekt beteiligten. Ein weiterer neuer Aspekt war die Konzentration auf aktuelle Kinder- und Jugendliteratur. Der Jugendschauspielkurs erarbeitete im Vorfeld Texte und Szenen zu den Büchern Tschick, Margos Spuren,Tom Sawyers Abenteuer und Huckleberry Finn. Bei dem ersten Kennenlerntreffen im Spiel-Zentrum der Poplebühne stellten je zwei Jugendliche ein von ihnen gelesenes Buch vor und erzählten ihre Gedanken und Interpretationen. Im Anschluss konnten die Schülerinnen und Schüler Fragen stellen zu den Büchern. Jeder Teilnehmer erhielt ein Buch als Geschenk, die Lektüre diente zur Vorbereitung auf den nächsten zweitägigen Workshop, der einige Wochen später folgte.

Ziel des zweitägigen Theaterworkshop war es nun, nach Kenntnis der Lektüre, die Themen und Stoffe zu vertiefen und gemeinsam zu einem Theaterstück zu verweben. Thematisch fallen bei allen Büchern die Aspekte des "Weggehens", des "Unterwegsseins", der "Suche" und der "Freundschaft" auf. Alles Themen, die auch für die Kinder und Jugendlichen von zentraler Bedeutung sind. Um sich dem Schauspielen langsam anzunähern, kamen verschiedene Aufwärmspiele, Schauspiel-Bewegungsübungen und Schauspielszenen des Theaterkursres zum Einsatz. Im zweiten Schritt erfolgte ein Brainstorming in Kleingruppen, angeleitet durch die Jugendlichen des Schauspielkurses, die ihre Erfahrungen einbringen konnten. Die Gruppen erarbeiteten - angelehnt an die Bücher - unterschiedliche Improvisationen und kleine Szenen, die den anderen jeweils vorgeführt werden. Dabei beschäftigten sie auch Fragen, wie: Was bedeutet es, wenn wir als Gruppe szenisch arbeiten? Wie nehmen wir uns gegenseitig wahr? Welche Rolle tragen wir in der gemeinsamen Arbeit am Stück, in der Schule? 

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