18. bis 22. Juli 2016

STREET LITERATURE

Wir bringen Jugendliteratur auf die Straße

Wir hissen eine Flagge für die Literatur! Dies machte sich die Wortwerkstatt während ihres Sommerferienprogramms zum Motto. Ziel war es, Zitate aus Jugendbüchern auszuwählen, diese auf Stoffbanderolen zu übertragen und im öffentlichen Raum zu platzieren: an Straßenecken, in Fußgängerzonen, an Bäumen und Laternen. Überall dort, wo Menschen in ihrem Alltag unterwegs sind und beim Anblick der Banner kurz innehalten können, um das Zitat zu lesen, sich zu wundern, es wirken zu lassen, vielleicht zustimmend zu lächeln - um dann mit diesen Worten im Kopf weiterzuziehen.

Dafür trafen sich 25 Jugendliche fünf intensive Tage lang in den Räumlichkeiten der Kulturenwerkstatt. Geboren sind sie in Syrien, Afghanistan, Eritrea oder auch in Deutschland. Manche sprechen deutsch ohne Akzent, andere sind erst dabei die Sprache zu erlernen. Sie alle waren interessiert daran, sich kreativ mit Sprache und Literatur zu beschäftigen - und sich kennenzulernen. Unter der Leitung von Annie Vollmers und Judith Gäde und einigen Mitgliedern der Wortwerkstatt war dies ungezwungen möglich. 

Gemeinsam wählten sie Textstellen aus den Jugendromanen, tauschten sich aus, was die Zitate ihnen bedeuten und übertrugen diese dann mittels Schablonen auf einheitlich gestaltete Stoffbanderolen. Jungen wie Mädchen waren bei der Gestaltung voller Begeisterung dabei. Entstanden sind über 80 Banner, die die Produktivität der Jugendlichen bezeugen. 



Leider hatte das in sich stimmige und gelungene Projekt auch seine Schattenseiten. Ziel war es, die Banner während des Limburger Lesedoms im öffentlichen Straßenraum aufzuhängen. Die Aktion war auch von der Stadt genehmigt. 76 handgefertigte Banderolen befestigten die Jugendlichen an verschiedenen Orten. Durch einen Fehler der Stadt wurden rund 40 der Banderolen von der Straßenreinigung entfernt und entsorgt. Für die Jugendlichen ein Schock! Nachdem das Missverständnis geklärt war, entschuldigte sich die Stadt und hängte die verbleibenden Banner im Stadtkern erneut auf - auch im Bemühen, verloren gegangenes Vertrauen bei den Jugendlichen zurück zu gewinnen.
 

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