2./3. März 2017

Das Mädchen Wadjda

Ein literarischer Ausflug nach Saudi-Arabien

Die elfjährige Wadjda aus Riad wünscht sich nichts sehnlicher als das grüne Fahrrad aus dem Laden um die Ecke. Doch die strengen Regeln ihres Landes verbieten Mädchen das Fahrradfahren. Wadjda ent­deckt: Wie die Vögel fliegen Abdullah und seine Freunde auf ihren Rädern durch die Stadt. Warum sollen nur Jungen Fahrrad fahren dürfen? Sie fasst den festen Entschluss: „Ich werde auch eins haben!“

Die teilnehmenden Kinder und Jugendlichen lernten das Buch „Das Mädchen Wadjda“ (cbt), das 2016 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde, in Auszügen kennen. Sie tauchten in die fremde Welt Saudi-Arabiens ein und erlebten Wadjda und Abdullah – und zwar sehr lebendig durch kleine szenische Lesungen der „Literanautinnen“ des Jugendleseclubs. Nebenbei erfuhren sie auch einiges über die Regeln, die deren Leben in Saudi-Arabien prägen: Mädchen und Jungen wachsen getrennt auf, sollen keinen Kontakt miteinander haben und es gibt strenge Kleidervorschriften für Mädchen. Das wirft Fragen auf - am Ende des ersten Tages wurden diese gesammelt: Warum dürfen nur die Männer Auto-  oder Fahrradfahren? Warum tragen die Frauen Kopftücher? Was soll der Schleier verbergen?

In einer spannen­den Informations- und Fragerunde mit der Islamwissenschaftlerin Dr. Gudrun Schubert diskutierten die Kinder und Jugendlichen am zweiten Tag über das Leben von Mädchen und  Jungen in dem arabischen Land. Und was wäre, wenn Wadjda in Deutschland leben würde? Der nochmalige Perspektivenwechsel  ergab: Sie wäre erstaunt über die Autos mit Frauen am Steuerrad und die Frauen und Mädchen auf Fahrrädern!
 


Die beiden Tage wurden durch den Film „Das Mädchen Wadjda“ abgerundet, und wer mochte, konnte sich gleich nach dem Ferienleseclub ans Lesen machen: Alle Teilnehmer*innen erhielten das Buch als Geschenk. Darüber freuten sie sich: „Ich fand cool, dass ich das Buch bekommen habe und dass ich viel dazugelernt habe“, meinte Bartosz, und Jaden ergänzte: „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, vor allem die Runde, als wir viel diskutiert haben.“
Am Schluss waren sich die Literanautinnen einig über die positive Erfahrung, mit Gleichaltrigen über Bücher zu arbeiten: „Es war schön, wie wir zusammen waren und etwas Neues gemacht haben.“ -  „Es gefällt mir, über ein Buch etwas zu erzählen und vorzulesen.“

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